Sichere Medikation bei Menschen mit Demenz

  Medilation - aber sicher Urheberrecht: © RWTH

Ziel dieses Projektes war die Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei der ambulanten Betreuung von Menschen mit Demenz, denn Medikamente sollen nutzen und nicht schaden. Werden die falschen Medikamente miteinander kombiniert, so kann dies gerade bei alten Menschen zu möglichen Symptomen wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Verwirrtheit und einer Erhöhung des Sturzrisikos führen. Auch frei verkäufliche Medikamente wie etwa Erkältungs-, Schlaf- oder sogar Nahrungsergänzungsmittel sind zu berücksichtigen. Vielfach wissen die Ärzte jedoch nicht, was ihre Patienten alles einnehmen. Das Risiko unerwünschter Arzneimittelwechselwirkungen steigt mit der Anzahl der eingenommenen Arzneimittel.

Zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit müssen alle Beteiligten – die Patienten selbst bzw. ihre Angehörigen, Haus- und Fachärzte, Apotheker, Pflegekräfte – zunächst immer genau wissen, welche Medikamente ein Mensch mit Demenz einnimmt. Dies klingt einfach, jedoch werden in der Praxis oft Tabletten oder Dosierungen umgestellt, ohne dass alle Beteiligten dies auch erfahren. In dem Projekt wurde ein Bündel von Maßnahmen erarbeitet, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit der gemeinsam betreuten Patientinnen und Patienten leisten. Das reicht von der richtigen Lagerung der Medikamente über den Vermerk, wann und von wem die Tabletten oder Tropfen verordnet wurden, bis hin zu dem Vorschlag, bei Verordnung eines neuen Medikamentes oder Überweisung an einen Facharzt immer den aktuellen Medikationsplan anzuheften. Sofern sich alle Beteiligten darauf einigen, den sog. bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) zu benutzen und diesen immer aktuell zu halten, kann die Gefahr deutlich reduziert werden.

Das Projekt „Medikation – aber sicher“ wurde von Mai 2018 bis Juli 2021 vom Land NRW gefördert. Projektpartner waren das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg, die ambulanten Pflege der Caritas, die Tagespflege der Alten- und Pflegeheime St. Josef, das Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschaftsinformatik der RWTH unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Kai Reimers sowie Apotheker, Haus- und Fachärzte aus Wegberg.

Ausführliche Infos zu den Projektergebnissen finden Sie auf der Projektseite des Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschaftsinformatik.

 
Video abspielen
Ergebnisvideo zum Projekt Medikation - aber sicher / Informationsinfrastruktur als Lernprozess