Prof. Almut Balleer zum Schaden für die Wirtschaft durch Corona

28.08.2020
 

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 25. August 2020 nimmt Frau Professorin Almut Balleer, Inhaberin des Lehr- und Forschungsgebietes für Empirische Wirtschaftsforschung Stellung zum Schaden, den die Corona Pandemie bislang auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt ausgeübt hat:

Den Verdacht, dass die Pandemie die deutsche Wirtschaft stark getroffen hat, bestätigen nun amtliche Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes. Der Konjunktureinbruch im zweiten Quartal 2020 war mit 9,7 Prozent der höchste seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Dabei haben Maßnahmen des Sozialstaats wie das Kurzarbeitergeld den Schock, den die Wirtschaft durch die Corona-Pandemie erlitten hat, noch deutlich abgemildert. "Ein hoher Anstieg der Arbeitslosigkeit gerade jetzt wäre eine große Gefahr für die deutsche Wirtschaft" sagt Almut Balleer, die als Volkswirtschaftlerin im Bereich der Makroökonomie, angewandten Ökonometrie und Arbeitsmarktökonomie forscht. Daher befürwortet sie, wie viele andere Ökonominnen und Ökonomen, die bestehenden Kurzarbeiterregelungen - "auch wenn manche Jobs temporär künstlich erhalten werden."

Aktuelle Konjunkturindikatoren deuten auf eine gewisse Erholung der Wirtschaft hin. "Wie schnell es wieder hoch geht, ist entscheidend", sagt Volkswirtin Balleer, denn die Pandemie bremst sowohl die Verbrauchernachfrage als auch (bspw. durch unterbrochene Lieferketten) die Möglichkeit der Unternehmen, ihre Produkte anzubieten. Daten verschiedener ökono­mischer Studien deuteten darauf hin, dass der Nachfragerückgang den ursprünglichen Angebotsschock übersteige, sagt Professorin Balleer. "In Deutschland ist die inländische Nachfrage gerade das größte Problem."

Bei einem Nachfrageschock empfehlen viele Ökonominnen und Ökonomen, dass der Staat einspringt und damit die ausbleibende Nachfrage erzeugt, dies hat auch die Bundesregierung durch das verabschiedete Konjunkturpaket getan. "Zum damaligen Zeitpunkt war das gut entschieden", sagt Professorin Balleer. Wichtig sei bei solchen staatlichen Maßnahmen jedoch der Zeitpunkt der Umsetzung. "Angesichts einer drohenden zweiten Welle mit den verbundenen negativen ökonomischen Konsequenzen könnten die Milliarden wirkungslos verpuffen", so Almut Balleer, denn dann träfe die staatlich kräftig angeschobene Nachfrage auf einen erneuten Angebotsschock.

Ob das Konjunkturpakt in der Praxis wirkt, werden Politik, Forschung und Unternehmen Ende Oktober erfahren. Dann veröffentlicht das Statistische Bundesamt die erste Schätzung für die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2020.

Das gesamten Artikel in der Süddeutschen Zeitung finden Sie hier.

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