Corona-Befragung des CHE bestätigt hohe Zufriedenheit unserer Studierenden

18.09.2020
 

Eine aktuelle Umfrage des CHE zum Umgang der Universitäten mit der Corona-Pandemie bestätigt die hohe Zufriedenheit unserer Studierenden mit der Corona-bedingten Umstellung auf einen komplett digitalen Lehrbetrieb.

Die Befragung des CHE wurde im Rahmen der Studierendenbefragung des CHE-Masterrankings vom 20.04.- 31.08.2020 online durchgeführt. Datengrundlage des CHE war die Befragung von insgesamt 6.774 Studierenden aus 236 Fachbereichen an 124 deutschen Hochschulen. Befragt wurden Studierende in Masterstudiengängen vom 1.- 6. Fachsemester in den Fächern Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik.

Ergebnis war, dass die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der RWTH Aachen von den 62 an der Umfrage teilnehmenden Studierenden ihrer Fakultät besonders gut bewertet wurde. Die Befragten konnten auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht) verschiedene Fragen zur Studienorganisation während der Corona-Pandemie bzw. zu den Rahmenbedingungen für digitale Lehre bewerten. Die Fakultät erzielte dabei folgende Ergebnisse:

  • Umgang der Hochschule mit der Corona-Pandemie insgesamt: 1,48
  • Möglichkeiten zur Ablegung von Prüfungsleistungen: 1,41
  • Vielfalt von digitalen Lehrformaten: 1,28
  • Technische Rahmenbedingungen für digitale Lehre: 1,39

Voraussetzung für diesen Erfolg war eine enge und gut abgestimmte universitätsweite Zusammenarbeit. Neben dem erfolgreichen Krisenmanagement der Universitätsleitung wurde die Fakultät bspw. bei der Erstellung von Lehrvideos kompetent durch die fakultätsübergreifende Serviceeinheit "Medien für die Lehre" der RWTH Aachen unterstützt.

Dazu der Dekan, Univ.-Prof. Dr. Peter Letmathe:

"Wir konnten unseren Studierenden im Sommersemester 2020 ein digitales Lehrangebot fast ohne Qualitätseinbußen anbieten. Schon seit über zehn Jahren investieren wir in die Digitalisierung der Lehre, u.a. durch internetbasierte Lernumgebungen, vorlesungsbegleitende Planspiele und Videos, die wir in einem eigenen Filmstudio drehen. Dass das Covid-19-Semester so gut geklappt hat, ist aber letztlich das Ergebnis eines hervorragenden Mannschaftsspiels. Das Rektorat hat den Prozess ausgezeichnet durch klare und frühzeitige Regelungen, Software und einen engen Austausch mit der Fakultät koordiniert. Das Studienmanagement hat nicht nur die Klausurphase unter Corona-Bedingungen organisiert, sondern stand auch den Studierenden in jedem Zeitpunkt als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Lehrstühle und alle ihre Mitarbeiter haben die noch fehlenden Veranstaltungsinhalte digital umgesetzt und zugleich die enge Interaktion mit den Studierenden jederzeit aufrechterhalten. Für die Zukunft werden wir, wo immer sinnvoll, digitale Angebote als Ergänzung anbieten, ohne in der Lehre den so wichtigen direkten Kontakt zu unseren Studierenden zu reduzieren."

Insgesamt kommt das CHE zu dem Ergebnis, dass die befragten Master-Studierenden aus den Wirtschafts-Studiengängen den Eindruck bestätigen, dass die deutschen Hochschulen die Auswirkungen der Corona-Pandemie im gemeinschaftlichen Kraftakt von Hochschulverwaltung, Lehrenden und Studierenden gut gemeistert haben.

Das Dokument "CHECK – Wirtschaftsstudiengänge: Studienbedingungen an deutschen Hochschulen während der Corona-Pandemie" finden Sie hier zum Download auf den Internetseiten des CHE.

 

Ergebnisse zur Corona-Befragung unserer Studierenden

Im Rahmen der besonderen Umstände durch die Corona-Krise unternimmt unsere Fakultät größtmögliche Anstrengungen, um den Studierenden digitale Lehre auf hohem Niveau anbieten zu können. Das Ziel lautet: digitales Lehrangebot völlig ohne Qualitätseinbußen.

Um die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen besser beurteilen und gegebenenfalls anpassen zu können, wurden die Studierenden der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zum Einfluss der Pandemie auf ihre persönliche Situation, zur Selbstorganisation, zum Angebot der digitalen Lehre und zum Krisenmanagement befragt. Der Zeitraum der Befragung ging vom 13. bis zum 24. Mai 2020, in dem 475 von circa 6000 Studierenden der Fakultät daran teilnahmen (ca. 8%).

Auf einer Skala von 1 bis 7 (1=sehr negativ, 4=neutral, 7=sehr positiv) beurteilten die Studierenden den Einfluss der Pandemie auf die eigene Situation im Durchschnitt als neutral bis leicht negativ (Mittelwert: 3,72). Eine der Schwierigkeiten sei das knappe Angebot an Praktikumsplätzen durch die Unternehmen. Die ungewohnte Situation zwingt unsere Studierenden, den Stoff von zu Hause aus und selbstständig zu erarbeiten, jedoch betonen die Studierenden, dass hauptsächlich die fehlende Routine dabei Schwierigkeiten bereite:

„Da wir wegen der aktuellen Situation dazu gezwungen sind, soweit wie möglich zu Hause zu bleiben, geht die Tagesroutine komplett verloren und somit fällt es mir schwer, in dieser Situation eine effektive Routine zu entwickeln, um den Uni Stoff zu erarbeiten. Allerdings werden uns von der Uni aus sehr viele Möglichkeiten geboten und Hilfestellungen gegeben, um die Situation so gut wie möglich zu meistern!“

Dahingegen zeigten die Ergebnisse, dass die Fähigkeit zur Selbstorganisation der Studierenden im Durchschnitt neutral bis gut ist (Mittelwert: 4,61). Im Freitext schreibt ein Studierender:

„Keine Probleme mit Ablenkung, Motivation, Feedback, da das bisherige Studium auch von eigenorgansiertem Selbststudium geprägt war. Möglichkeiten, Dinge zu diskutieren oder Feedback einzuholen gibt es auch und vor allem online meistens genügend über Foren, E-Mails oder Online Sprechstunden.“

Andere Studierende bemängeln den fehlenden Austausch mit Kommilitonen und die Schwierigkeit, den individuellen Lernfortschritt im Hinblick auf die kommenden Prüfungen richtig einordnen zu können.

Bei der Bewertung der Fakultät und der Universität schnitten beide auffallend gut ab. Die Bereitstellung von Informationen durch die RWTH und die Fakultät sowie die Angemessenheit der Maßnahmen wurden jeweils gut bis sehr gut bewertet. Aufgrund der häufig fehlenden Erfahrungen mit der Fachstudienberatung in Zeiten der Pandemie wurde hier im Mittel ein neutrales Urteil gegeben (Mittelwert 4,16). Sehr gut bewertet wurde mit einem Mittelwert von 5,52 (1=sehr negativ, 4=neutral, 7=sehr positiv) die allgemeine Qualität der digitalen Lehrangebote an unserer Fakultät. Dies ist eine hohe Anerkennung unserer Anstrengungen bei der Digitalisierung der Lehre in dieser Krise.

Besonders stolz sind wir darauf, dass 80% der Studierenden bekunden, keine Ihrer eingeplanten Veranstaltungen sei ausgefallen. Nur 13% der Studierenden gaben an, dass lediglich eine ihrer eingeplanten Veranstaltungen nicht stattfinden konnte. Bei 5% der Studierenden fand mehr als eine Veranstaltung nicht statt, bei 1% mehr als zwei Veranstaltungen und bei einem weiteren Prozent mehr als drei Veranstaltungen. Da nicht alle Veranstaltungsformen digital abgehalten werden können, ist dies ein sehr erfreuliches Ergebnis.

  Diagramm Bewertung der Fakultät und Universität Urheberrecht: RWTH Bewertung der Fakultät und der Universität  

Die Studierenden wurden in der Umfrage dazu aufgefordert, drei Lehrveranstaltungen ihrer Wahl zu bewerten. Dabei waren die Kommentare in den Freitextfeldern meist positiv bis sehr positiv. Unter den genannten Veranstaltungen wurden "Advanced Planning Systems in Produktion und Logistik", "Betriebliche Finanzierung" und "Unternehmensbewertung" am besten bewertet: Deren Mittelwert lag bei über 6,5 (7=sehr zufrieden).

Als zukünftige Verbesserung wünschen die Studierenden sich die Möglichkeit, Online-Vorlesungen aufzuzeichnen, bessere Headsets der Dozenten zur Verbesserung der Tonqualität und Unterstützung in der Selbstorganisation durch von den Lehrstühlen vorgegebene „To Do“ Listen.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Befragung für ihre konstruktiven und detaillierten Rückmeldungen!

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Jens Hinze

Geschäftsführer (Qualitätsmanagement und Außendarstellung)

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