Wirtschaftswissenschaftliche Nobelpreis-Lecture der Fakultät

29.01.2018
 

Vierte Nobelpreis-Lecture der RWTH-Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Am 22. Januar 2018 lud der Förderverein der Wirtschaftswissenschaften der RWTH zur vierten Nobelpreis-Lecture ein. Der Förderverein setzt sich seit über 30 Jahren für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Aachen ein. Er stellt den Kontakt zwischen Managern, Unternehmen, Lehrenden, Studierenden und Absolventen her, um einen regelmäßigen Gedankenaustausch zum gesamtgesellschaftlichen Vorteil zu sichern.


Zu Beginn begrüßte Herr Professor Dr. Kittsteiner die etwa 200 Gäste in der vollbesetzten Couven-Halle der RWTH Aachen University. Anschließend richteten auch Wolfgang Mainz als Vertreter des Fördervereins sowie Professor Dr. Peter Letmathe ihre Grußworte an die Zuhörer.

Zunächst begann Herr Professor Dr. Lontzek mit der Vorstellung des Wirtschaftsnobelpreises des Jahres 1972, den Kenneth J. Arrow sowie John R. Hicks „für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur allgemeinen Theorie des ökonomischen Gleichgewichts und zur Wohlfahrtstheorie“ erhielten. Dabei legte er den Fokus auf Werdegang und Forschungsarbeiten von Kenneth J. Arrow. In seinem Hauptwerk, der Theorie kollektiver Entscheidungen, durch die er im Alleingang Begründer des Forschungsfelds der Social Choice wurde, beschäftigte Arrow sich mit der Aufstellung einer sozialen Wohlfahrtsfunktion. Dabei fand er einen mathematischen Beweis dafür, dass es keine ideale Abstimmungsregel gibt, um kollektive Entscheidungen zu treffen.

Im zweiten Vortrag wurde Richard H. Thaler, der den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften im Jahr 2017 „für seine Beiträge zur Verhaltensökonomik“ erhielt, von Herrn Professor Dr. Böhm vorgestellt. Dabei gab er seinen Zuhörern drei durch Richard Thaler inspirierte Tipps, "wie man den Nobelpreis gewinnt“. Dabei betonte er, dass Thaler mit seiner Forschungsarbeit nicht nur die Verhaltensökonomik, sondern auch die praktische Anwendung verhaltensökonomischer Erkenntnisse gefördert hat. Auch der durch Thaler geprägte Begriff des "Nudgings", der die Praxis, das Verhalten von Menschen ohne Verbote, schwerwiegende Eingriffe in ihre Wahlfreiheit oder ökonomische Anreize in eine gewünschte Richtung zu lenken, beschreibt, wurde thematisiert. Abschließend benannte Herr Professor Dr. Böhm eine scharfe Beobachtung der Umwelt, den Blick über den (ökonomischen) Tellerrand hinaus sowie die Motivation, wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch nutzbar zu machen als Erfolgsfaktoren des Wirtschaftsnobelpreisträgers aus dem Jahr 2017.

Nach einer anschließenden Fragerunde ließen die Teilnehmer die Veranstaltung bei einem Umtrunk ausklingen. Die Initiatoren der Veranstaltung, Professor Dr. Letmathe und Wolfgang Mainz, bedanken sich bei allen Beteiligten und Teilnehmern und freuen sich auf eine Neuauflage der Nobelpreis-Lecture. Organisiert wurde die Veranstaltung von Erik Esser und Matthias Schinner.

 

Nobelpreis-Lecture 2018