30-jähriges Jubiläum der Fakultät

 

30 Jahre exzellente wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre an der RWTH Aachen. Zu diesem Anlass finden Sie hier einige Stimmen anlässlich des Jubiläums und einen kurzen Bericht über die Feierlichkeiten zum Jubiläum.

 

Am 26. Oktober 2016 wurde mit einem Festakt das Jubiläum der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften gefeiert. Ein Abend, an dem sowohl auf die Vergangenheit der Fakultät als auch auf ihre Zukunft geblickt wurde.

Eröffnet wurde die Feier mit einigen Grußworten von Dr. Margrethe Schmeer, der Bürgermeisterin der Stadt Aachen, Michael Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, und Prof. Dr. Malte Brettel, Pro-Rektor der RWTH Aachen.

Daran anknüpfend ergriff der Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Kittsteiner, das Wort. Er nutzte den Anlass des Abend, um zu reflektieren: „So ein feierlicher Rahmen ist ein guter Punkt, um festzuhalten, was wir eigentlich bislang erreicht haben, wo wir stehen und wohin wir wollen.“ Vom Anfang der Fakultät bis heute ist eine deutliche Entwicklung zu bemerken: Mehr als 30 Professuren, rund 490 Beschäftigte und mit den Wirtschaftsingenieuren zusammen insgesamt über 6000 Studenten zählt sie heute. Zudem ist sie nicht nur innerhalb Aachens oder Deutschlands bekannt, sondern auch darüber hinaus.

Für relevant hält der Dekan jedoch auch die Nennung einiger Punkte, die noch in der Zukunft liegen: Die Schaffung eines stärkeren inhaltlichen Profils und die Expertise in einem zukunftsweisenden Forschungsfeld könnten dazu beitragen, die Fakultät national und international bekannter zu machen. Zum Beispiel könnte sich auf die Digitalisierung der Wirtschaft konzentriert werden und die damit zusammenhängenden Management-Herausforderungen und die Herausforderungen für die Wirtschaft und Gesellschaft. Dafür hat die Fakultät, integriert in eine technische Hochschule, beste Voraussetzungen. Erste Entwicklungen sind auch schon zu bemerken, beispielsweise mit der Schaffung der Professur für Management für Industrie 4.0. Zudem kann die Fakultät für einen integrierten Problemlösungsansatz stehen, in dem sich Praxis, Empirie und Theorie gegenseitig befruchten, meint Prof. Kittsteiner. Herausforderungen, die Prof. Kittsteiner nennt und der sich die Fakultät stellen muss, entstehen unter anderem durch stagnierende beziehungsweise in Zukunft vielleicht sogar rückläufige öffentliche Zuwendungen.

Im weiteren Verlauf des Abends gab Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post DHL Group, einen Einblick in das Thema „Management im 21. Jahrhundert“ und nutzte den Festakt, um den Beteiligten zu gratulieren. Auch er sieht einen wichtigen Aspekt des Wachstums in der Digitalisierung: „Jahrzehnte lang hat die Globalisierung für Wachstum gesorgt, doch das ist jetzt vorbei. Wir sollten uns nun auf die Digitalisierung konzentrieren“, sagte Appel.

Herr Prof. Paul Thomes lieferte mit einem Video einen Beitrag zur Vorgeschichte der Fakultät:

 
 

Um die Relevanz der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zu realisieren, muss zwangsläufig in die Vergangenheit geschaut werden. Die gefeierten 30 Jahre repräsentieren nicht die lange Geschichte der Wirtschaftswissenschaften in Aachen, denn sie ist genau so alt wie die RWTH selbst. „Bereits 1870 wurden erste volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Lehrangebote geschaffen“, sagt Prof. Paul Thomes. „Schon bei der Gründung der RWTH wusste man, dass sich technische und wirtschafts-wissenschaftliche Inhalte ergänzen müssen.“

Jedoch waren die Wirtschaftswissenschaften zu dem Zeitpunkt noch nicht endgültig in der RWTH angekommen. Erst 1986 wurde die Möglichkeit geschaffen, sich von der Philosophischen Fakultät zu lösen und sich eigenständig als Fakultät zu positionieren. „Seit diesem Tag hat sich die Fakultät eindrucksvoll entwickelt“, sagt Thomes.

Das darauf folgende Alumni-Panel, moderiert von Prof. Malte Brettel, unter dem Thema „Wirtschaftswissenschaft und Digitale Transformation“ brachte ehemalige Studierende und Doktoranden der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zusammen. Sie erläuterten, inwiefern ihr Studium bzw. ihre Promotion an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der RWTH Aachen ihnen den Weg in das Berufsleben erleichtert hat. Sie nannten aber auch Anregungen zur Verbesserung in der Lehre.

„In den vergangenen 30 Jahren ist viel passiert, aber das gilt auch für die vergangenen fünf, sechs Jahre“, sagt Prof. Kittsteiner, dessen Beschäftigung an der RWTH sieben Jahre zählt. Hierbei werden die Veränderungen der Struktur der Fakultät aufgrund der Exzellenzinitiative angesprochen. Ein Ziel war die stärkere Profilierung interdisziplinärer Kooperationen. Daraus entstand zum Beispiel das Projekthaus Interdisciplinary Management Factory (IMF) und vier sogenannte fachübergreifende Research Areas. Zudem wurde eine Festigung der Kontakte der Fakultät mit den Unternehmen der Wirtschaftsregion und den angesiedelten Start-Ups geschaffen. „Es gehört zu unserem Leitbild, unser Wissen an die Wirtschaftsregion weiterzugeben“, so Prof. Kittsteiner. „Dazu gehört auch, dass wir die Veränderungen im Zuge der Industrie 4.0 in der Region aktiv mitgestalten wollen."

Auch internationale Ziele strebt die Fakultät an: „Wir wollen auch international Standards setzen und uns daran messen lassen“, so Kittsteiner. Es bleibt abzuwarten, ob davon beim nächsten Jubiläum noch als Zukunftsmusik gesprochen wird oder ob dieses Ziel dann schon erreicht werden konnte.

Zum Abschluss des offiziellen Programmteils wurden noch zahlreiche Glückwünsche an die Fakultät per Video eingespielt.

 
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